Das Schwere wird verschwinden
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Hans Werner Kolben
Das Schwere wird verschwinden
Gedichte aus Prag und Theresienstadt
Coll'Arco

Januar 2011
sofort lieferbar
ISBN 978-3-938375-39-6
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Mit einem Nachwort herausgegeben von Peter Demetz und Erinnerungen von Heinz Kolben an seinen Bruder

Hans Werner Kolben, geboren 1922 in Aussig, stammte aus einer berühmten böhmischen Industriellenfamilie. Er wurde aufgrund einer Denunziation durch einen früheren Mitschüler wegen des Nicht-Tragens des gelben »Judensterns« verhaftet und am 10. August 1942 nach Theresienstadt, am 28. September 1944 nach Auschwitz deportiert. Im Februar 1945 starb er im KZ Kaufering, unweit Landsberg am Lech, an Flecktyphus.

1943/44 schrieb Hans Werner Kolben im KZ Theresienstadt ungefähr 20 Gedichte, die von seiner Mutter gerettet wurden. Sie selbst überlebte nur deshalb, weil sie als Bakteriologin im KZ gebraucht wurde. Das Manuskript einer geretteten Erzählung von 1944 Der Nordpolfahrer, »in der ein Mord aus Hunger geschildert wird« (so H. G. Adler), ging nach dem Krieg in der Post verloren. Dagegen legen wir Hans Werner Kolbens Gedichte in dieser Ausgabe erstmals vollständig vor.

Hans Werner Kolbens jüngerer Bruder Heinz überlebte, weil er sich vor der Auflösung des KZ Auschwitz IV (Blechhammer/ Oberschlesien) vor der SS im Schweinestall unter einem Heuhaufen versteckte, und so dem Todesmarsch der Lagerinsassen entging. 1968 reiste Heinz Kolben aus der ČSSR nach Deutschland aus.

Peter Demetz wurde 1922 in Prag geboren; sein Vater war Regisseur und Theaterdirektor, seine jüdische Mutter kam im KZ um. Peter Demetz selbst wurde im Herbst 1944 mit anderen Prager »Halbjuden« zu einem Arbeitseinsatz mit ungewissem Ausgang verschickt, den er glücklich überstand. 1948 floh er nach dem kommunistischen Putsch aus seiner Heimat und wurde in den USA zu einem namhaften Germanisten. Hans Werner Kolben gehörte zu seinen Prager Jugendfreunden; miteinander tauschten sie sich über ihre ersten Gedichte aus.

»Die tiefe Verzweiflung Kolbens nahm mehr [...] von dem Entsetzen der Umgebung in sich auf. Wie ein anderer, trauriger Eichendorff klingen Kolbens beste Verse.« H. G. Adler

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