Paul Gurk (1880, Frankfurt/Oder – 1953, Berlin) – Schriftsteller, Maler, Komponist – ist, aus dem Literaturbetrieb gefallen, der größte Unbekannte der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Unter »dämonischem Zwang« schreibend, stand er als Kleistpreisträger von 1921 scheinbar vorm Durchbruch. Es erschienen Romane wie Die Wege des teelschen Hans (1922), Meister Eckehart (1925), Palang (1930) oder Judas (1931). Thomas Mann verlieh ihm 1924 den Romanpreis der Kölnischen Zeitung. Die Weigerung des Autors, sich künstlerisch oder politisch anzupassen, stand seinem Erfolg oft im Weg. Im Dritten Reich wagte er die Witzelei: »Paul Gurk ist entartet« und schrieb u. a. Bücher mit antitotalitären Zügen. Sie blieben teils ungedruckt, erschienen teils überraschend trotz Prüfung durch die Zensur oder wurden im Nachhinein verboten. Kurz vor der Ausrufung des »Totalen Kriegs« schrieb Paul Gurk seinen Goya-Roman (1942; Arco 2017; ISBN 978-3-938375-80-8), eine Darstellung der »Schrecken des Krieges« und des Kampfs um – nicht nur künstlerische – Freiheit. Nach 1945 blieb er »aussichtslos produktiv«.

 
Paul Gurk