Aktuell

Im kühl-grauen Herbst erwärmt uns Artur Beckers Retroliebesroman Ein roter Ziegelstein für Izabella mit reichlich Sommer und Frühlingsgefühlen. Wir freuen uns auf die rasante Fahrt durch Hans Christoph Buchs Reise durch den Tag in sieben Welten. Im Jahr, in dem verwirrte Wale zu unfreiwilligen Ausflüglern an unseren Stränden werden und elend auf der Strecke bleiben, legen wir Paul Gadennes berühmtes Werk Baleine / Der Wal zweisprachig auf. Daniela Hodrovás Komödie ist kein Theaterstück, sondern poetische Prosa, ein Roman, der Familiengeschichte mit der Kultur und Geschichte Böhmens verbindet – zum Gastlandjahr Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse. Georges Santer und Bertram Nickolay legen das CD- und Literaturprojekt Bleib ein Mensch vor, das – zusammen mit den jiddischen und sephardischen Liedern von Shura Lipovsky und ihrem Ensemble Novaya Shira – jüdische Kultur und die der Roma und Sinti aus Zeiten der Verfolgung wohl zum ersten Mal eindrucksvoll zusammenführt.

News

 

Im Gespräch stellen unser Autor Artur Becker (Schwarze Servietten auf meinem Herzen) und der Herausgeber Christoph Haacker zur Leipziger Buchmesse den »Kosmopolen« Stanisław Vincenz (1888–1971) und die repräsentative Auswahl aus seinem polnisch verfaßten Hauptwerk Von der Hohen Karpathenalm vor: Auf der Suche nach dem Taubenbuch des Baal Schem Tow, erstmals auf Deutsch zu lesen, in der Übersetzung von Herbert Ulrich, Bernhard Hartmann, Myrrha Holzapfel u. a. Der Theater- und Filmschauspieler Denis Petković liest ausgewählte Passagen vor, in denen es unter anderem um den berühmten Baal Schem Tow geht – eine faszinierende Reise in die Welt des Chassidismus und mündlicher Erzähltraditionen. Entstanden ist dieses großartige Epos in ständiger Fortschreibung seit etwa 1934 über mehr als dreißig Jahre, unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, unter den Bedingungen des Exils des Autors, der vor den Deutschen und den Sowjets aus seiner Heimat hatte flüchten müssen, und behindert auch durch die neue Weltordnung des Kalten Kriegs.

Eine Veranstaltung im Rahmen der »Jüdischen Lebenswelten« in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut.

Sa., 21.03. | 17:30–18.25 Uhr | Ariowitschhaus | Salon | Hinrichsenstraße 14 | 04105 Leipzig. Eintritt frei 

Aktuell

Claire Démar gehört in eine Reihe mit Mary Wollstonecraft – aber bis auf Walter Benjamin, der einst ihren Namen vor der Versenkung rettete, ist sie bisher fast niemandem ein Begriff. Abhilfe verspricht Sylvia Kratochvils Edition von Démars frauenrechtlerischen Schriften Mein Zukunftsgesetz / Aufruf einer Frau ans Volk. Über die Emanzipation der Frau.

Die Warschauer jüdische Dichterin Tamara Karren, fand, knapp vor der der Schoah nach Jerusalem entkommen, im Alter im Londoner Exil zu ihrer literarischen Stimme – nachzulesen in »Hiobs Vermächtnis«. Die Züge gehen nach Berlin heißt die Berlin-Anthologie von Susanne Frank und Julia Koifman mit geballter literarischer Moderne unvertrauter Herkunft: Denn aus den Zügen stiegen ukrainische und jiddische Schriftsteller, die sich anschickten, die sagenumwobene Metropolis zu erkunden. Damit und mit Susanne Franks und Galina Babaks Wissenschaftsband Literatur als Kommunikation. Ukrainische Beiträge zur europäischen Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts setzen wir unsere Ukraine-Schwerpunkte fort. Einladung, die vergessene, schillernde deutsch-österreichische Autorin Elsa Asenijeff – umschwärmt von Else Lasker-Schüler, Vertreterin auch einer Leipziger Moderne – kennenzulernen, bietet der von Jan Röhnert herausgegebene Band Und Du bist Eden und Chaos, Eva und Königin …