Seitdem Gegenwartsautoren und -autorinnen mehr Gewicht in unserem Verlagsprogramm erhalten, können wir uns über zahlreiche Würdigungen freuen. 2026 und 2025 brachten geballte Anerkennung für Artur Becker, Jan Röhnert, Andreas Tretner, Marko Martin und den Arco Verlag insgesamt.
Für das, wofür seine Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer stehen, wird auch dem Arco Verlag der Deutsche Verlagspreis 2026 verliehen.
Unser Autor Artur Becker wurde jüngst in Frankfurt a. M. mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet. In seiner Laudatio bekannte Christoph Schröder: »Ich lese die Bücher von Artur Becker schon lange, ich halte ihn für einen bedeutenden Autor. Er ist ein geborener Erzähler, er kann fabulieren, phantasieren. Er kann uns in Welten mitnehmen, die es nicht mehr gibt. Artur Becker läßt diese Welten wiederauferstehen. Er kann uns das deutsch-polnische Verhältnis aufschlüsseln.« Was hier gelobt wird, gilt in besonderem Maße auch für seinen neuen Roman Ein roter Ziegelstein für Izabella, der nun in Frankfurt Vorpremiere feiern werden wird. (Open Books: Frankfurt Abend, 10. Oktober, 20 Uhr, Volksbühne im Großen Hirschgraben)
Andreas Tretner wird für seine Übersetzung von Aleksandăr Vutimski: Gedichte vom blauen Jungen am 22. Oktober in Heidelberg der Übersetzerpreis Ginkgo-Biloba für Lyrik verliehen.
https://heidelberg-literatur.de/veranstaltungen/uebersetzerpreis-ginkgo-biloba-fuer-lyrik-2026/
Als Echo auf sein Buch Wildnisarbeit wurde Jan Röhnert mit dem Johann-Gottfried-Seume-Preis und dem Wilhelm-Lehmann-Preis ausgezeichnet.
Marko Martin wurde zuletzt mit dem Werner-Schulz-Preis, dem Reiner-Kunze-Preis und dem Ovid-Preis ausgezeichnet, in Anerkennung auch seines Buchs ›Brauchen wir Ketzer?‹ Stimmen gegen die Macht.
An der Frankfurter Buchmesse wird der Arco Verlag nur in diesem Jahr nicht mit eigenem Stand teilnehmen, aber im gewohnten Verlagsumfeld bei den Kollegen (Elfenbein Verlag, Mitteldeutscher Verlag, Secession und Querverlag) leicht zu finden sein.
Mehr lesen...Im kühl-grauen Herbst erwärmt uns Artur Beckers Retroliebesroman Ein roter Ziegelstein für Izabella mit reichlich Sommer und Frühlingsgefühlen. Wir freuen uns auf die rasante Fahrt durch Hans Christoph Buchs Reise durch den Tag in sieben Welten. Im Jahr, in dem verwirrte Wale zu unfreiwilligen Ausflüglern an unseren Stränden werden und elend auf der Strecke bleiben, legen wir Paul Gadennes berühmtes Werk Baleine / Der Wal zweisprachig auf. Daniela Hodrovás Komödie ist kein Theaterstück, sondern poetische Prosa, ein Roman, der Familiengeschichte mit der Kultur und Geschichte Böhmens verbindet – zum Gastlandjahr Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse. Georges Santer und Bertram Nickolay legen das CD- und Literaturprojekt Bleib ein Mensch vor, das – zusammen mit den jiddischen und sephardischen Liedern von Shura Lipovsky und ihrem Ensemble Novaya Shira – jüdische Kultur und die der Roma und Sinti aus Zeiten der Verfolgung wohl zum ersten Mal eindrucksvoll zusammenführt.
Im Gespräch stellen unser Autor Artur Becker (Schwarze Servietten auf meinem Herzen) und der Herausgeber Christoph Haacker zur Leipziger Buchmesse den »Kosmopolen« Stanisław Vincenz (1888–1971) und die repräsentative Auswahl aus seinem polnisch verfaßten Hauptwerk Von der Hohen Karpathenalm vor: Auf der Suche nach dem Taubenbuch des Baal Schem Tow, erstmals auf Deutsch zu lesen, in der Übersetzung von Herbert Ulrich, Bernhard Hartmann, Myrrha Holzapfel u. a. Der Theater- und Filmschauspieler Denis Petković liest ausgewählte Passagen vor, in denen es unter anderem um den berühmten Baal Schem Tow geht – eine faszinierende Reise in die Welt des Chassidismus und mündlicher Erzähltraditionen. Entstanden ist dieses großartige Epos in ständiger Fortschreibung seit etwa 1934 über mehr als dreißig Jahre, unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, unter den Bedingungen des Exils des Autors, der vor den Deutschen und den Sowjets aus seiner Heimat hatte flüchten müssen, und behindert auch durch die neue Weltordnung des Kalten Kriegs.
Eine Veranstaltung im Rahmen der »Jüdischen Lebenswelten« in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut.
Sa., 21.03. | 17:30–18.25 Uhr | Ariowitschhaus | Salon | Hinrichsenstraße 14 | 04105 Leipzig. Eintritt frei 