Ruth Rewald wurde am 5. Juni 1905 in Berlin geboren. Nach ersten Erfolgen als Autorin flüchtete sie 1933 ins Exil. Mit ihrem Mann Hans Schaul erlebte sie den Spanischen Bürgerkrieg, wurde zum Roman Vier spanische Jungen angeregt. Der Krieg zerstörte das gemeinsame Leben in Paris, Hans wurde interniert, Ruth konnte aus der Stadt fliehen. Am 17. Juli 1942 wurde sie an ihrem Zufluchtsort als Jüdin verhaftet und deportiert; ihre zunächst gerettete siebenjährige Tochter Anja Schaul wurde Anfang 1944 von der Gestapo aus ihrer Schulklasse abgeholt. Beide wurden in Auschwitz ermordet. Seit 2019 trägt deren Schule in Les Rosiers-sur-Loire den Namen ›École primaire Anja Schaul‹.

Neben Lisa Tetzner, Anna Maria Jokl, Erika Mann und Axel Wedding gehört Ruth Rewald zu den herausragenden Kinder- und Jugendbuchautorinnen des deutschsprachigen Exils. Im Arco Verlag erschien 2007 ihr Roman Janko, der Junge aus Mexiko, in dem die musterhafte Integration eines Staatenlosen in Deutschland plötzlich von der Abschiebung bedroht ist.

 
Ruth Rewald
Ruth Rewald
im Arco Verlag