Albert Camus veröffentlichte 1949 in der Zeitschrift Empédocle eine Erzählung
eines noch wenig bekannten Autors, und wer hätte gedacht, daß sich
Paul Gadennes Baleine in die Reihe der großen Geschichten um die Begegnung
zwischen Mensch und Wal einschreibt, ein schmales Werk, das damit
in der Nachfolge des biblischen Buchs Jona steht oder von Moby Dick, hier
wie dort steht nicht ganz zufällig ein weißer Wal im Mittelpunkt. Langsam
sickert die geheimnisvolle Anwesenheit dieses Riesen in das Bewußtsein der
Bewohner eines französischen Fischerdorfs, seltsam vage und dann doch
wieder scheinbar konkret geht das Gerücht um vom angeblich gestrandeten
Wal, von dem alle sprechen, doch niemand weiß. Da machen sich zwei von
ihnen, Pierre und Odile, als konnte sie seine Gedanken lesen, schließlich auf
zu einem gemeinsamen Weg, der ihr Leben verändern mag: »›Verraten Sie
mir nicht wohin … Ich weiß es. Ich hatte dieselbe Idee.«
So geht es auf einmal nicht allein um die Kreatur aus dem Meer, das beinahe
Gestalt annimmt im Rhythmus, in dem Gadenne seine poetische Prosa setzt,
sondern um Glauben und um Unglauben, um die Geheimnisse des Lebens
und Sterbens, um Liebe und um Tod.
Als Verbeugung vor ihrem eigenwilligem, kunstvollen Stil ist diese in Frankreich
legendäre, ungeheuer dichte und vielschichtige Erzählung nun erstmals
parallel im Original und der deutschen Übersetzung zu lesen.
Zweisprachige Ausgabe: Französisches Original und deutsche Übersetzung.